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ROTER MORGEN online 2, 2009


1. Mai


Nazi-Überfall auf Dortmunder DGB-Demo

Mehrere hundert Nazis haben am 1.Mai die Demonstration des DGB
überfallen und die TeilnehmerInnen mit Steinen beworfen sowie mit
Holzstangen und Pfefferspray angegriffen.

Wie TeilnehmerInnen der Demo berichteten, schaute die Polizei zunächst tatenlos zu und ließ die Nazis gewähren.

Die Pressemitteilung der Polizei, die später veröffentlicht wurde, macht
deutlich, welche Qualität der Nazi-Überfall hatte: »Gegen 10.40 Uhr
griffen etwa 150 - 200 rechte Gewalttäter im Bereich der Hansastraße Teilnehmer der DGB-Kundgebung massiv mit Holzstangen
und Steinen an. Zwischen beiden Gruppierungen entwickelte sich daraufhin
eine handfeste Auseinandersetzung.«

Eine »handfeste Auseinandersetzung«! Hierbei handelte es sich offensichtlich
um einen brutalen, bewaffneten Überfall eines faschistischen Schlägerkommandos auf demonstrierende ArbeiterInnen und
GewerkschafterInnen. Die Zahl der Angreifer macht zweifellos deutlich,
dass es sich hierbei um einen geplanten, organisierten Angriff gehandelt
hat.

Die Polizei hat diesem Angriff erst einmal tatenlos zugesehen. Sie hatte
doch wohl nicht etwa den Einsatzefehl, stillzustehen und die Nazis auf die DemonstrantInnen, darunter Kinder und alte Leute, einprügeln
zu lassen ... ? Oder etwa doch?

Wenn angesichts der Krise und der massiven Klassenauseinandersetzungen,
die uns in diesen Monaten bevorstehen, ein derartiger Angriff stattfindet - und die Polizei dabei zusieht - braucht nur eins und eins zusammengezählt zu werden: Der
Widerstand der Arbeiterklasse gegen die Angriffe in der Krise soll mit allen
Mitteln niedergehalten und verhindert werden - sei es auch durch die
brutale Gewalt militanter faschistischer Kräfte.

Es ist eine Schande, dass die Führung des DGB diesem Überfall auf ihrer
Homepage nur einen erbärmlichen, nichtssagenden Fünfzeiler widmet.

© Verlag Roter Morgen, Postfach 900 753, 60447 Frankfurt/M.